Atomenergie -

Warum ist sie so gefährlich?

  Um zu verstehen, warum die Atomenergie so gefährlich ist und weshalb wir so viel Angst vor Atomkraftwerken und Atombomben haben, fangen wir am besten ganz von vorne an:

Die Atome

Alles, jeder Stoff jeder Körper besteht aus ganz kleinen Teilchen. Man nennt sie Atome. Diese Atome sind unvorstellbar klein, um eine Kette aus Atomen zu bekommen, die 1 Millimeter lang wäre bräuchte man 10 Milliarden davon!! Also, diese Teilchen sind verdammt klein und Unmengen davon sind zum Beispiel nötig, nur um ein Staubkorn damit zu formen. Aber schauen wir uns doch mal an, wie die teil aufgebaut sind:
  Atome sind immer nach einem bestimmten Schema aufgebaut: ein Kern aus Protonen und Neutronen wird von kleineren Teilchen, den Elektronen umkreist. Jedes dieser Gebilde, mit Elektronen, Protonen und Neutronen bildet nun ein Atom. Es gibt verschiedene Atome bzw. die Zahl der einzelnen Teile ist unterschiedlich bei jedem Element. Ein Element ist zum Beispiel Eisen, ein anders ist der Sauerstoff. Für die Atomenergie ist vor allem das Uran wichtiges Element.

 Die Kernspaltung

Alles klar? Dann zurück zur Atomenergie: ein Atom muss immer versuchen, all seine "Bausteine" zusammenzuhalten, sonst würde es ja auseinander fallen. Einige Elemente können dies besser, einige schlechter, das Uran gehört zu den eher untalentierten. Zum Zusammenhalten ist eine enorme Kraft nötig, die Einzelteile ziehen sich gegenseitig an.

Ein Physiker namens Ernest Rutherford hat 1919 herausgefunden, dass man, wenn man die Atome sozusagen "erschießt", sie zerfallen. Als Munition werden dazu einzelne Protonen benutzt. Sie spalten die Atomkerne. So werden immer mehr Atomkerne gespalten und immer mehr Neutronen beschießen andere Atomkerne. So etwas nennt man eine Kettenreaktion, da sie immer weiter geht, bis es nichts mehr zu spalten gibt. Die Kraft, die die Atome vorher zusammenhielt, wird jetzt ja nicht mehr gebraucht, sie wird in Form von Energie freigesetzt. Diese Energie nutz der Mensch nun z.B., um Strom zu erzeugen, wie in Atom- oder Kernkraftwerken.

 

 

 Das Problem

Hört sich doch ganz praktisch an, oder?

Aber ein kleines Problem haben wir bisher übersehen, und genau darüber streiten sich die Gemüter: wenn wir die Atomkerne zerfallen, senden sie Strahlung aus, man nennt sie radioaktive Strahlung. Röntgenstrahlen beim Arzt sind z.B. solche Strahlen. Es gibt drei verschiedene Arten von Strahlen. Für uns Menschen sind alle diese Strahlen gefährlich, jedenfalls wenn wird sie in zu großen Mengen abbekommen. Und eine solche "Menge" ist wirklich sehr klein. Der Unterschied zwischen den Strahlen ist einmal, was sie genau sind bzw. woher sie stammen und wie man sich dagegen schützen kann. Dazu schaut euch einmal das folgende Bild an:

 

Der Atommüll

Wie gesagt, wenn man von diesen Strahlen zu viel abbekommt, ist das sogar tödlich. Häufig führt eine zu hohe Strahlenbelastung zu Krebs.

Man versucht nun, diese Möglichkeit der Energiegewinnung doch noch zu nutzen, weil man hiermit ohne großen Aufwand viel wichtige Energie erzeugen könnte. Aber man muss sich ja schließlich auch vor der Strahlung schützen. In Kernkraftwerken werden z.B. dicke Mauern gebaut, damit die Strahlung nicht nach draußen geht, die Mitarbeiter tragen schwere Schutzkleidung und überall sind dicke Sicherheitstore. Wenn aber in dem Kraftwerk etwas kaputt geht oder einfach zu alt ist, muss es ja logischerweise ausgetauscht werden, dazu muss das alte Stück aus dem Kraftwerk raus. Sie senden jetzt aber genauso Strahlung aus, die haben sie im Kraftwerk aufgenommen, wenn sie direkt den Strahlen ausgesetzt waren. Also sind auch diese kaputten Teile für uns schädlich. Daher finden auch viele Leute, man sollte Kernkraftwerke abschaffen , denn keiner weiß, wohin mit dem ganzen Atommüll, wie man ihn nennt.

In Kernkraftwerken verwendet man, wie schon erwähnt, häufig den Stoff Uran, um ihn zu spalten und Energie zu gewinnen. Aber egal, welchen geeigneten Stoff man verwendet, es dauert unglaublich lange, bis die ausgesendete Menge der Strahlung sich verringert, vollkommen hört sie nie auf. Man hat ein maß entwickelt, dass angibt, wie lange schädlich der Stoff ist.

Wenn man Atome spaltet, entsteht ja Energie. Dadurch, dass diese Energie entsteht, gibt es von dem Stoff immer weniger. Alles an Gewicht (Masse), was der Stoff verliert, wandelt sich in Energie um. Das besagte Maß gibt nun an, wie lange es dauert, bis von einer bestimmten Menge eines Stoffes nur noch die Hälfte der Masse vorhanden ist, wenn die Atome gespalten werden. Denn solange sendet er auch Strahlung aus. Im Fall des Urans dauert es z.B. 4,5 Milliarden Jahre, bis nur noch die Hälfte da ist!!! Das heißt, dass aus 20g Uran in 4,5 Milliarden Jahren 10g Uran werden und in weiteren 4,5 Milliarden Jahren 5g!!!!

Es dauert also sehr, sehr lange, bis ein Stoff, der radioaktive Strahlung abgibt, für uns ungefährlich ist, denn um so länger die Halbwertszeit, um so stärker und gefährlicher ist auch die Strahlung. Die genaue Stärke der radioaktiven Strahlung kann man mit besonderen Geräten messen. Bestimmte Grenzwerte sind dabei schädlich für den Menschen, also wenn zu viel Strahlung ausgesendet wird.

Die Entsorgung des Atommülls

 

Letztendlich muss man aufpassen, dass man den Müll z.B. aus den Kraftwerken, so verpackt, das er uns nicht schadet. Man tut so den Müll in große Fässer und versenkt ihn in alten, ungenutzten Bergschächten oder Ähnlichem.

Aber mal ehrlich, sollen wir mehrere Milliarden Jahre warten, bis wir uns sicher in deren Nähe wagen können????

Und genau deshalb versuchen viele Menschen, etwas gegen die Verwendung der Atomenergie zu tun.

Insel:

Das Atomkraftwerk Tschernobyl

Am 26.April 1986 explodierte ein Teil des Kernkraftwerks in Tschernobyl, nördlich von Kiew, der Hauptstadt der Ukraine. Durch die Explosion wurde ein großer Teil der radioaktiven Spaltprodukte aus dem Kraftwerk in die Höhe verfrachtet. Diese radioaktive Wolke breitete sich über ganz Europa aus und gelang als radioaktiver Regen wieder nach unten (man nennt das "fall-out").

Zum Glück hatten jedoch alle Stoffe, die dabei in die Luft schossen, nur eine relativ geringe Halbwertszeit, das Element mit der längsten war eine Art des Cäsiums mit einer Halbwertszeit von ca. 30 Jahren.

Die Explosion forderte unmittelbar 31 Todesopfer. Durch Spätfolgen durch die radioaktive Strahlung starben später noch Leute. Auch heute noch ist in dem Gebiet um das Kraftwerk eine sehr starke Strahlung zu messen. Die Anwohner müssen immer noch mit übermäßig vielen Krebserkrankungen rechnen.

Glücklicherweise brauchen wir uns in Deutschland und anderen Ländern heute keine großen Sorgen mehr um die radioaktiven Stoffe der Explosion machen. Der Teil, der davon hier und anderswo als regen niedergegangen ist, ist im Vergleich zur freigesetzten Gesamtmenge relativ klein.

Die Teile des ehemaligen Atomkraftwerkes sind natürlich auch hochradioaktiv. Sie werden deshalb in einem riesigen Betonsarg, der in der Erde versenkt wurde, aufbewahrt. Alle zehn bis 15 Jahre muss dieser erneuert werden. Auch momentan streiten sich Politiker um die Bereitstellung von Geld zur Sanierung des Sarkophags, der jetzt nicht mehr genügend Schutz vor den Strahlen bietet.

 

 

 

 

Die Atombombe

Sie ist eine Waffe, die eine ungeheure Zerstörungskraft hat. Das Gebiet, auf das man die Bombe aufgeworfen hat, ist auch viele Jahre später noch nicht bewohnbar.

Das Prinzip der Atombombe ist, dass beim Aufprall eine Atomkernspaltung beginnt, die völlig unkontrolliert abläuft. Durch die Energieabgabe, die ganz abrupt erfolgt, entsteht eine unvorstellbare Explosionskraft, die alles um sich herum platt macht. Dabei entwickelt sich Wärme, im Bereich des Aufpralls wird es so mehrere Millionen Grad Celsius heiß, da verdampft sogar Gestein!

Insel:

Hiroshima

Am Morgen des 6. August 1945 warfen amerikanische Flugzeuge eine Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima.

Dabei kamen unzählige Menschen ums Lebens. Direkt nach dem Aufprall verbrannte im Umkreis von 4 Kilometern, alles was dort je stand. In der unmittelbaren Nähe des Aufpralls verbrannten Menschen auf Grund der Hitze in Bruchteilen einer Sekunde zu Asche. Man konnte z.B. an Häuserwänden nur noch Schatten aus Asche erkennen.

Im Umkreis von 1,5 Kilometern wirkte die Strahlung ungefähr 200 Mal stärker als die Sonnenstrahlung und verbrannte viele Menschen. Die radioaktive Strahlung ist nämlich auch mit der Sonneneinstrahlung zu vergleichen, vor ihr müssen wir uns genauso schützen.

Viele Menschen, die nach dem Unglück halfen, oder die die Explosion aus weiterer Entfernung mitbekamen, starben an der Überdosis der Strahlung. Noch heute kommen dort Kinder missgebildet zur Welt, die Strahlung hat das Erbgut der Mütter und das der Babys nachhaltig zerstört.

 

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass die Energiegewinnung durch Atomkernspaltung vielleicht im ersten Moment sehr praktisch scheint, doch die große Gefahr, die von der radioaktiven Strahlung ausgeht, ist hier einfach zu groß, als dass man langfristig durch Kernspaltung Energie erzeugen könnte.

Und die Atombombe stellt ohne Zweifel eine der schlimmsten Kriegswaffen dar, die je entwickelt wurde. Aber noch immer gibt es zahlreiche Nationen, die diese Bomben bauen und testen.

Lesetipp:

"Die letzten Kinder von Schewenborn" von Gudrun Pausewang, Ravensburger Taschenbücher, ISBN 3-473-58007-4,
ca. 6,00 €

Wenn ihr das Buch "Die Wolke" von Gudrun Pausewang schon kennt oder etwas davon gehört habt, dann ist dieser Roman ein absolutes Muss für euch. Aber natürlich auch, wenn ihr "Die Wolke" nicht kennt und euch für das Thema Atom(-bomben) interessiert, dann wird euch das Lesen bestimmt Spaß machen.

 

Über Deutschland explodieren Atombomben. Von nun an beherrschen Krankheit, Todesangst und Kriminalität den Alltag. Eine Zukunft gibt es nicht mehr.

 

Leseprobe:

"Als wir durch Lanthen fuhren, war noch alles wie immer. Aber im Wald, gerade in der Kurve am Kaldener Feld, blitzte es plötzlich so grell auf, dass wir die Augen zupressen mussten. Meine Mutter stieß einen Schrei aus, und mein Vater trat so fest auf die Bremse, dass die reifen quietschten. Sobald der Wagen stand, sahen wir am Himmel, hinter den Wipfeln, ein blendendes Licht, weiß und schrecklich, wie das Licht eines riesigen Schweißbrenners oder eines Blitzes, der nicht vergeht. Ich schaute nur einen Augenblick hinein. Trotzdem war ich danach wie blind."

Ina Meier-Diedrich (D- 16 Jahre)

Kann dem nicht zustimmen, was meine Vorgängerin gesagt hat. Atomenergie ist zur Zeit noch sehr wichtig und die größte und naturfreundlichste Energiegewinnung. Solang keine Alternativen aufgebaut sind, kann auf diese Form der Energiegewinnung nicht verzichtet werden. Außerdem werden die "Atomabfälle" in der Medizin verwendet, und dies hilft uns allen. Aus Jarnobyl hat man freilich gelernt. Deshalb sind die Sicherheitsrichtlinien in Deutschland auf diesem Gebiet auch sehr sehr stark fortgeschritten.

Weiterhin ist zu sagen, dass die Atomenergiebehörde auch ihren Daumen auf der Einhaltung dieser Richtlinien hält. Wir Deutschen sind Meister im Atomkraftwerkbau und viele tausende Arbeitsplätze hängen dran. Besonders Siemens ist hier zu nennen. Falls allerdings ausgereifte Alternativen aufgebaut und voll entwickelt sind, sollten wir uns natürlich von diesem Sicherheitsrisiko entfernen!!!

Dudiw

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