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Zwei Geschichten einer jungen Autorin:

Das unheimliche Wesen

Die weiße Frau

Die weiße Frau


Einst, so erzählt man sich, herrschten in dem weit ausgedehnten Waldgebiet der Vorderen Heide die Waldkönigin Niirti und der Dämonenkönig Sokar. Tief im Herzen des Waldes, vor den Blicken der Menschen verborgen, lagen ihre Königreiche An'tak und Hadante. Seit Anbeginn der Zeit herrschte zwischen diesen beiden Stämmen Krieg. Selten nur sah man die geheimnisvollen und mysteriösen Gestalten der Waldbewohner durch die Nacht streifen. Noch weniger bekam man die Dämonen zu Gesicht. Alle, die einem begegnet waren, wurden nie wieder gesehen. Der Krieg zwischen An'tak und Hadante hatte bereits vor Tausenden von Jahren begonnen und dauert angeblich noch bis heute an. Normalerweise bekam außerhalb des Waldes niemand etwas von den Auswirkungen der Kämpfe mit. Doch es soll eine Zeit gegeben haben, in der von einem entscheidenden Kampf auch das Wohlergehen der Menschheit abhängig gewesen sein soll. Die Sage erzählt von einem jungen Bauernmädchen, das seine Familie verlor und durch die Dunkle Macht Hadantes zu einer ernsten Bedrohung für Wald und Mensch hätte werden können. Alles begann zu Zeiten des Krieges in dem Gebiet der Vorderen Heide, auf einem Bauernhof im frühen Mittelalter. 

Das Land, lag noch in Dunkelheit und nur ein blassrosa Streifen im fernen Osten kündigte den neuen Morgen an. Es war noch kalt und eine leichte Brise strich über die weiten, mit Tau bedeckten, Gras ‑ und Weidelandschaften. Der süße Duft von Blumen lag in der Luft. Von weit her schrie ein Hahn seinen Morgengruß gen Himmel. Jolinar lag mit bereits offenen Augen in ihrem Bett. Dennoch schien sie noch weit weg, in einer anderen Welt zu sein. Sie hatte sich immer eine Welt gewünscht, in der die Tage so wie dieser Morgen sein würden. Aber das war alles nur ein Traum, Wunschdenken, denn die Wirklichkeit sah leider anders aus. Die Menschen, in ihrer Macht und Geldgier, hatten alles mit Krieg und Verwüstung überzogen. Ständig fielen Heere über die Städte und Dörfer her wie Rudel Wölfe über das Vieh. Es verging kein Tag, an dem das einfache Volk nicht litt. Der Krieg nahm ihnen alles, ihre Familien, ihre Häuser und ihr Leben. Sie waren arm und hatten nichts zu essen. Viele starben bei den Überfällen und die Überlebenden verhungerten schon bald darauf Es war eine schreckliche Zeit und besonders schlimm war die Angst. Die Angst, eines Morgens aufzuwachen und das nächste Opfer zu sein. 

Jolinar hatte Glück. Ihr Dorf war von Alledem noch unberührt. Die Menschen gingen wie gewohnt ihrer Arbeit nach und versuchten ihre Furcht hinter dieser zu verstecken. Auch Jolinar hatte Angst und bangte jedes Mal um die Rückkehr des Bruders und des Vaters, wenn sie auf die Felder gingen. In diesem Augenblick, betrat ihre Mutter das Zimmer und ihr Gedankenfaden riss ab. Es war auch nicht nötig ihn weiter zu führen, denn sie wusste ohnehin, wo er enden würde. Jeder Tag schob das Unglück nur weiter hinaus. ..Steh auf !" sprach ihre Mutter sie vorsichtig an. ju es der Sonne gleich und erhebe dich!" sagte sie, während sie die Vorhänge zurückzog. Durch das Fenster fielen die ersten schwachen Strahlen der Morgensonne. "Steh auf!.", mahnte sie noch einmal. "Wir haben nicht mehr viel Zeit. Die letzten Reste der Ernte müssen noch eingefahren und verschnürt werden, eh die Steuereintreiber kommen." Sie klang gelassen, doch Jolinar entging der Ausdruck von Sorge in ihrer Stimme nicht. Der Tag der Steuerbezahlung war stets sehr schwer. Sie mussten etwa die Hälfte ihrer Ernte abgeben und hatten daher kaum selbst genug zum Leben. Doch diesmal würde es noch schlimmer werden, denn es wurde eine Kriegssteuer erlassen, die noch einmal etwa 1/8 der Ernte verschlang. Dieser Winter würde wohl der härteste werden, den sie je hatten, denn das Korn war durch schwere Unwetter schlecht gewachsen und viele Ziegen wurden in diesem Jahr gerissen. Anscheinend hatte ein Wolf bei ihnen eine gesicherte Nahrungsquelle entdeckt. "Beeil dich, sagte ihre Mutter, "und dann komm runter! Es gibt Frühstück." 

Jolinar stieg aus ihrem Bett und wusch sich. Als sie beim Ankleiden in den Spiegel sah, musterte sie ihr Spiegelbild. Sie blickte in die großen, hungrigen Augen und das bleiche Gesicht. Für ein Mädchen von 13 Jahren sah sie bereits viel erwachsener aus als andere Kinder in ihrem Alter. Ihr schulterlanges braunes Haar war zu zwei Zöpfen gebunden und sie trug wie immer ihr altes Kleid, eine Schürze und ein Kopftuch. Oft stellte sie sich vor, wie es wohl wäre, wenn sie aus einer reichen Familie käme, aber jetzt war nicht der rechte Augenblick zum Träumen. Sie kehrte dem Spiegel den Rücken und lief eilends die Treppe hinunter. 

Nach dem Frühstück ging sie die Tiere füttern. Die Ziegen und Gänse standen im Stall, da es auf der Weide nachts für sie zu gefährlich war. Als Jolinar auf sie zukam, schnatterten und meckerten sie ihr fröhlich entgegen. Sie war gerade dabei das Futter zu verteilen, als sie aus dem Augenwinkel heraus eine Blutspur auf dem Weg entdeckte. Sie führte zu den Wiesen und von dort aus, so schien es, zum Wald. Am Stalltor stand eine alte Heugabel. Jolinar umklammerte sie und ging vorsichtig bis zum Rand des Waldes. Als sie dort ankam, hörte die Spur auf und führte durch das Dickicht weiter ins Innere. Ein leises Rascheln war zu hören und mit einem Mal ließ sie die Heugabel fallen und stolperte zu Boden. Von dort versuchte sie, so gut es ihrem Körper gelang, zurückzuweichen. Eine große, schwarze, panterähnliche Katze kam aus dem Schatten der Bäume hervor. Sie knurrte und bleckte die Zähne. Immer näher trat sie auf das am Boden liegende und zitternde Mädchen zu. Hinter ihr kam eine tote Ziege zum Vorschein. Jolinars Herz schlug wie wild. Sie wollte schreien, konnte es aber nicht. Sie hatte das Gefühl, den bösartigen Blick der Katze auf ihrer Seele zu spüren und das trieb sie an den Rand des Wahnsinns. Ihr einziger Gedanke war: "Weg, einfach nur weg". Aber sie war vor Angst völlig gelähmt. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete sie, wie die Katze zum Sprung ansetzte, dann schloss sie die Augen und wartete auf den Schmerz, den sie kurz vor ihrem Ende spüren würde. Ihr Herz schlug immer schneller und längst vergangene Erlebnisse schossen ihr durch den Kopf. Immer noch wartete sie, doch es geschah nichts. Sie öffnete wieder die Augen und sah, dass die Katze ein paar Schritte zurückgewichen war und ihren Blick gen Himmel gerichtet hatte. Auch Jolinar sah auf und erkannte, dass hoch über ihnen ein Turmfalke seine Kreise zog. Ein erneutes Rascheln verriet, dass die Katze zurück in den Wald verschwunden war. Einen Moment lang, von der seltsamen Wendung völlig überrascht, saß Jolinar noch auf dem Boden, dann, ohne weiter nachzudenken, rannte sie zum Hof zurück. Sie erzählte ihren Eltern nichts von dem Vorfall, da sie ihr verboten hatten in die Nähe des Waldes zu gehen. Sie sagten, dass in diesem Wald nichts Gutes leben würde, sondern nur Böses. Deshalb solle sie sich von dort fern halten. Bisher hatte sie das nur für ein Märchen gehalten, doch allmählich begann sie die Geschichten aus ihrer frühen Kindheit zu glauben.  

Sie vergaß seltsam schnell, was geschehen war, denn die Arbeit lenkte sie ab. Am nächsten Tag jedoch erinnerte sie sich wieder an alles, Sie ging wie üblich auf die Weide und trieb die Ziegen etwas weiter raus. Doch auch jetzt wurde sie das Gefühl, dass sie beobachtete wurde, nicht los. Als sie sich im Gras niederließ, drängte sich ihr eine Frage auf, die sie am Tag zuvor völlig übergangen hatte. Was hatte diese ungeheuer große Katze, die ihr in jeder Hinsicht überlegen gewesen war, gestern eigentlich davon abgehalten sie zu töten? Sollte tatsächlich der Falke sie zum Rückzug gezwungen haben? In ihrem Kopf kamen mehrere Antworten auf, aber eine war unsinniger als die andere. Eigentlich war es ja auch egal, die Hauptsache war schließlich, dass sie noch lebte. 

So saß sie schließlich im Gras, dachte nach und sah den Ziegen beim Fressen zu, als sie vom Dorf her laute Stimmen und auch vereinzeltes Geschrei hörte. Sie wandte ihren Blick in die Richtung, aus der der Lärm kam, und musste mit Entsetzen feststellen, dass die Scheune ihres Hofes brannte. Das ganze Dorf schien plötzlich in Flammen zu stehen. Von überall her drangen nun Schreie in ihre Ohren. Die Ziegen liefen in panischer Angst wild umher, doch Jolinar kümmerte sich schon nicht mehr um sie. Stattdessen rannte sie zum Hof zurück. Als sie näher kam, vernahm sie die Stimme der Mutter. "Wir haben nichts weiter, das ist alles. Mehr ist uns nach der Steuer nicht geblieben, bitte Ihre Stimme brach ab und sie schien geschlagen zu werden. Mit weit aufgerissenen Augen bemerkte Jolinar plötzlich, dass ihr Bruder und ihr Vater bewusstlos oder tot am Boden lagen. Sie hörte, wie die Tür geschlossen wurde. Schnell schlich sie ins Innere des Hauses. Mittlerweile war das Feuer auch bis dorthin vorgedrungen. Sie lief zu ihrer Mutter, die sie erst gar nicht wahrnahm. Dann erkannte sie ihre Tochter und rief entsetzt: Jolinar, was machst du hier? Geh! Los beeil dich! Geh!". Doch Jolinar lief zur Tür und versuchte sie zu öffnen, aber sie wurde von außen blockiert. Wieder hörte sie die Stimme ihrer Mutter, die sie aufforderte zu gehen. Einen Moment lang stand sie regungslos da und wusste nicht, was sie tun sollte. Das Feuer breitete sich währenddessen immer weiter aus. Das ganze Haus stand schon in Flammen und der giftige Rauch wurde unerträglich. Sie sah zu ihrer Mutter hinüber, doch die lag bereits bewusstlos am Boden. Jolinar wollte zu ihr rennen, aber das Feuer schnitt ihr den Weg ab. Sie stolperte ein paar Schritte zurück. Die Flammen hatten den Hintereingang noch nicht erreicht. Schweren Herzens lief sie schließlich aus dem Haus und rannte, ohne sich umzudrehen zum Wald.  

Einige der Soldaten, die das Dorf überfallen hatten, sahen sie und wollten ihr hinterher. Aber dem Hauptmann erschien es sinnlos, ein kleines Mädchen zu verfolgen, und so konnte Jolinar entkommen. Doch obwohl sie diesen Angriff überlebte, war sie nun ganz auf sich gestellt und sie zweifelte sehr daran, dass sie den Wald jemals wieder lebend verlassen würde. 

So rannte sie immer weiter in den Wald hinein und die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Als sie nicht mehr weiter konnte, brach sie zusammen. Dort blieb sie liegen, vergrub das Gesicht in den Armen und weinte. Es schien keinerlei Trost mehr zu geben. Sie hatte alles verloren und war nun völlig allein. Ihr Schluchzen hallte durch den ganzen Wald und dieser schien lautlos mit zu weinen. Schließlich schlief Jolinar unter Tränen ein. In ihrer Trauer bemerkte sie nicht, dass jemand in ihrer Nähe war. Hinter Büschen verborgen lag die schwarze Katze vom Tag zuvor und beobachtete sie. Doch diesmal schien sie an keinem Angriff interessiert zu sein, denn ansonsten wäre es für sie ein Leichtes gewesen, das schlafende Mädchen zu töten. So blieb sie in ihrem Versteck liegen und wartete. Aber die Katze war mit ihrem Interesse nicht allein. In einem nahen Baum saß der Turmfalke von neulich und wachte. Am nächsten Morgen erwachte Jolinar bei Sonnenaufgang. Der Wald lag noch im Halbdunkeln und nur verschwommen schien sie die Umrisse der Bäume war zunehmen. Sie blieb noch liegen und dachte an, das was geschehen war. Bei dieser Erinnerung kamen ihr erneut die Tränen, aber dieses Mal wischte sie sie gleich weg. Weinen brachte ihr jetzt auch nicht viel. Sie musste zusehen, dass sie aus dem Wald kam oder zumindest etwas zu essen oder zu trinken fand. Als es heller wurde, stand sie auf und irrte ziellos umher. Dass sie verfolgt wurde, ahnte sie nicht.

An diesem Tag fand sie lediglich ein paar essbare Beeren und Nüsse. Diese gaben ihr allerdings nicht sehr viel Kraft. Gegen Ende des Tages sank sie zu Boden und schlief ein. In dieser Nacht wachte sie jedoch aus ihren düsteren Träumen auf Sie blickte sich um. Es war dunkel und kalt, lediglich die Sterne und der Mond warfen ihr spärliches Licht auf den Boden. Es schien, als würde der Wald schlafen. Nur das leise Rascheln des Windes, der durch die Blätter strich, war zu hören. Ab und zu schrie eine Eule, aber ansonsten war es still. Jolinar setzte sich auf und verschränkte die Arme um sich etwas vor der Kälte zu schützen. Sie schloss die Augen und horchte in die Nacht hinein. Während der Wind durch ihr Haar wehte, hörte sie ein seltsames Geräusch. Ganz leise und über dem Rascheln der Blätter kaum zu vernehmen schien ein Lied zu erklingen. Jolinar stand auf und folgte dem lieblichen Klang. Immer weiter trieb die Melodie sie in das Herz des Waldes. Sie betrat eine Lichtung, auf der sich ein Waldsee befand. Das Lied war nun ganz deutlich zu hören aber der Sänger nirgends zu sehen. Jolinar lehnte sich an einen Baum und lauschte dem Klang. So verging fast eine Stunde, in der nichts weiter geschah. Der Vollmond spiegelte sich in dem See wieder und warf sein helles Licht auf das Wasser. Es sah aus wie flüssiges Silber. Jolinar gefiel der Anblick so gut, dass sie zu träumen begann. Doch nach einer Weile wurde der See unruhig und plötzlich schoss eine meterhohe Wasserwand aus ihm hervor. Als sie wieder verschwand, kam hinter ihr eine junge Frau zum Vorschein, die in der Luft zu schweben schien. Sie trug ein langes weißes Kleid mit weiten Ärmeln. Ihr Haar war hüftlang, die Lippen glitzerten silbern und ihre Haut ließ selbst den Mond grau aussehen. Auf der Stirn schimmerte blau das Zeichen eines Wassertropfens. In ihren Händen hielt sie ein silbernes, schlankes Gefäß. Ihre Lippen bewegten sich nicht, aber das Lied klang immer noch durch die Dunkelheit. Sie hatte die Augen geschlossen. Dann öffneten sie sich und zum Vorschein kamen die blausten und reinsten Augen, die die Welt je gesehen hatte. Jolinar saß hinter ihrem Baum und starrte mit offenem Mund zum See hinüber, hin- und hergerissen zwischen Erstaunen und Entsetzen. Die Frau glitt auf den Boden. Ihre Füße belasteten das Gras kaum. Ein Kreischen war zu hören. Sie richtete ihren Blick gen Himmel und lächelte dem dort fliegenden Falken zu. Dann eilte sie mit leichten Schritten in Richtung der Bäume davon. Jolinar saß noch einen Moment lang auf dem Boden, dann rannte sie der weißen Frau hinterher. Sie folgte ihr mindestens drei Stunden durch den Wald, jedoch mit etwas Abstand. Plötzlich blieb die Frau stehen. Sie drehte sich noch einmal kurz um und hob dann die Hand. Ein grelles blaues Licht schien aus ihrer Handfläche heraus zu leuchten. Dann begannen die Zweige der Bäume sich zu einer Art Tor zu verbinden. Sie ließ die Hand wieder sinken, drehte sich noch einmal um und schritt hindurch. Einen Augenblick zögerte Jolinar noch, doch dann rannte auch sie darauf zu. 

Gerade als sie das Tor passiert hatte, verschwand es auch schon wieder. Der Anblick, der sich ihr nun bot, verschlug ihr abermals die Sprache. Vor ihr lag eine silberne Stadt, in dessen Mitte sich ein baumhoher Palast befand. Von dem Mondlicht erhellt, glitzerte er wie ein Wasserfall. Seine Türme und Zinnen ragten in den Himmel wie Eisberge. Jetzt erst bemerkt Jolinar, dass sie mitten auf der Straße stand, für jeden sichtbar, stand. Schnell suchte sie Schutz hinter einem Baum. Dann folgte sie der weißen Frau in das Innere der Stadt. Sie erreichten den Palast und Jolinar gelang es unbemerkt hineinzukommen. An einem langen Tisch sprachen ein paar Leute, die von einer ähnlich geisterhaften Gestalt waren, miteinander. Am Kopfende des Tisches saß eine Frau, deren Haar bis zum Boden reichte, auf einem mit Zweigen geschmückten Thron. Ihren Hals zierten viele, feine Ketten. Auf dem Kopf trug sie ein silbernes Diadem. Die weiße Frau trat an den Thron heran, verbeugte sich kurz und schenkte dann jedem der Anwesenden eine klare Flüssigkeit aus ihrem Gefäß ein. Als sie jeden bedient hatte stellte sie sich neben den Tisch und rührte sich solange nicht, bis es einen Becher nachzufüllen galt. 

Nach ein paar Minuten gesellte sich ein Falke zu ihr. Er setzte sich auf ihre Schulter. Nach einem kurzen Augenblick verlies die Frau die Tafel. Gerade als Jolinar sich fragte, warum sie wohl gegangen sei, spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. ..Möchtest du nicht näher treten? Es ist unhöflich im Hintergrund zu stehen.", vernahm sie eine helle Frauenstimme. Sie drehte sich um, die Augen vor Schreck weit aufgerissen. Vor ihr stand die Frau vom See, der sie gefolgt war. "Komm!" sagte die Frau. Sie verstärkte den Druck auf der Schulter des Mädchens und zog sie mit sanfter Gewalt aus ihrem Versteck. Die Gestalten um den Tisch verstummten und die Königin starte streng auf Jolinar herab. Die weiße Frau flüsterte ihrer Königin etwas zu, woraufhin deren Gesichtsausdruck Besorgnis verriet. Sie unterhielt sich mit den Anwesenden in einer fremden Sprache, dann sagte sie: "Da du keine Familie mehr hast, sollst du bei uns bleiben, allerdings außerhalb von dieser Stadt, denn Dolmak ist fürr die Menschen verboten. Du kannst in meinem Reich An'tak wohnen. Bitte verlasse es nicht mehr. Der Wald ist nicht ungefährlich. Kiara, bitte sorge du für sie. Es wird sehr schwer werden, aber sie soll alles, was sie zum Leben braucht, von uns bekommen. Doch nun geht! Ich kann ihre Anwesenheit nicht länger dulden." Die weiße Frau verneigte sich und packte Jolinar wieder an der Schulter.

Zusammen verließen sie Dolmak. Sie gingen eine Weile schweigend nebeneinander her. Dann begann Kiara zu sprechen. "Lajos hat mir berichtet, was mit deinen Eltern geschehen ist und das tut mir leid, aber du kommst ohne sie zurecht. Du wirst hier bleiben müssen. Draußen in der Welt ist es für dich zu gefährlich." Jolinar war vollkommen irritiert. Aber statt zu schweigen, fragte sie: " Wer hat dir vom Tod meiner Eltern erzählt? Ich kenne niemanden mit einem solchen Namen." Die Frau lachte. "Natürlich nicht. Lajos ist ein Turmfalke und mein bester Freund, du kannst ihn nicht kennen." "Ein Turmfalke?" murmelte Jolinar. " Ich habe neulich einen gesehen, aber Falken gibt es hier ja viele." "Stimmt, es sind ihrer viele, aber du hast recht‑ es war nicht irgendeiner, sondern Lajos, den du gesehen hast. Er hat dich seit Tagen beobachtet. Er wusste, dass etwas nicht stimmte. Etwas nicht stimmte?" fragte Jolinar, "aber was denn?. Sokar, der Herrscher des Dämonenreiches Hadante, scheint Interesse an dir zu haben. Er hat seine Spione auf dich angesetzt, um zu wissen, was du tust. Erinnerst du dich an die große Katze? Ihr Name ist Morgana und sie ist wohl das grausamste Tier des ganzen Waldes. Auch sie hat dich eine lange Zeit beobachtet und an dem Tag, an dem du ihr begegnet bist wollte, sie dich angreifen und nach Hadante bringen." Jolinar hatte plötzlich furchtbare Kopfschmerzen. Sie verstand rein gar nichts mehr. " Hör mir zu! Du musst mir versprechen, dass du An'tak niemals und unter keinen Umständen verlässt. Du würdest in dein Verderben und das vieler anderer gehen. In Närtis Reich kann dir nichts geschehen. Sie ist Sokars gefährlichste Gegenspielerin und er würde es nicht wagen, sie hier anzugreifen. Das wäre Selbstmord und das weiß er. Also bleibe stets in der Nähe meines Sees.
Doch nun genug geredet. Die Nacht wird alt und bei Sonnenaufgang werden Leute aus Dohnak kommen, die uns helfen werden eine Unterkunft zu bauen. Sie werden auch Kleider und Speisen für dich mitbringen. Doch nun komm! Wir haben zu tun." Und so bauten sie mit Hilfe der Bewohner Dolmaks eine kleine Hütte in die Nähe des Sees und richteten sie ein. Am Abend verabschiedeten sie die Helfer und setzten sich noch etwas zusammen. Johnar brannten einige Fragen auf der Seele und schließlich sprach sie die wichtigste aus. "Was hast du heute Morgen damit gemeint, als du sagtest, wenn ich An'tak verlasse, würde ich viele ins Verderben stürzen?". " Es ist so," gab Kiara als Antwort, "du bist noch sehr jung und hast gerade deine Familie verloren. In dir ist eine Menge aufgestauter Hass, den du nur nicht zeigst. Für Sokar ist diese Lage der Dinge besonders erfreulich. Wenn er dich bekäme, würde er dich zu einem seiner Krieger machen. Zu einem Dämon. Und ein verwandelter Mensch ist viel gefährlicher als ein normal geborener Dämon. Du würdest zu einer ernsthaften Gefahr für An'tak und die Menschen werden." Sie sah zu den Sternen, die mittlerweile am Himmel erschienen waren. "Es tut mir leid, aber ich muss jetzt los. Bis morgen ... Kiara, halt!" rief Jolinar" was machst du eigentlich in Dolmak?" Kiara lächelte" Was wohl? Ich bewirte die Hohen von An'tak" Und mit diesen Worten verschwand sie. 

Jollinar stand ebenfalls auf und ging zu ihrer Hütte, Plötzlich hörte sie ein leises Wimmern. Es klang, als ob ein kleines Mädchen weinte. Sie drehte sich um und versuchte die Richtung, aus der es kam, zu bestimmen. Dann verließ sie die Lichtung um nachzusehen. Das Wimmern war immer noch deutlich zu hören, schien aber keineswegs näher zu kommen. Sie lief weiter und bemerkte dabei nicht, dass sie An'tak bereits hinter sich gelassen hatte. Es wurde immer dunkler, und ehe sie sich versah, war es tiefe Nacht. Jolinar schaute zurück. Hinter ihr lag tiefe Finsternis und Nebel zog auf. Es war totenstill. Still. Genau das war der Punkt. Das Wimmern hatte aufgehört. Sie sah sich um. Durch die Bäume drang weder Sternen noch Mondlicht. Erst jetzt bemerkte sie, dass hier alles viel dichter und unheimlicher zu sein schien. Seitdem sie in den Wald gekommen war, hatte sie noch nicht einmal Nebel gesehen. Langsam bekam sie ein ungutes Gefühl. Aus der tiefen Schwärze der Nacht drang nicht ein Geräusch. Jolinar hörte, wie ihr Herz klopfte. Panik kam in ihr auf Sie wollte weglaufen, wusste aber nicht wohin. Plötzlich vernahm sie eine Stimme. Sie klang kalt und höhnisch. „Hast du dich verlaufen, Johnar?" Jolinar drehte sich um und stürzte vor Schreck zu Boden. Direkt hinter ihr stand jemand. Wer es war, konnte sie nicht erkennen, denn durch die Dunkelheit war nichts zu sehen. In diesem Moment loderte eine Flamme auf, die ihr Licht auf das Gesicht einer jungen Frau warf. Mit Entsetzen sah Jolinar, dass die Flamme direkt auf der Handfläche der Frau brannte. "Wer bist du? Und woher kennst du meinen Namen?" stotterte Jolinar. "Ich habe meine Augen und Ohren überall. Nichts, was in diesem Wald geschieht, entgeht mir. Außerdem wurde ich von deiner Ankunft in Kenntnis gesetzt.", sagte die Frau leise und blickte hinter sich. Ein Knurren war zu hören, und in das matte Licht des Feuers trat die schwarze Katze, vor der Kiara sie schon gewarnt hatte. "Morgana" flüsterte Jolinar. "Wie ich sehe, hat man dir schon einiges erzählt.", vernahm sie wieder die kalte Stimme. "Ja, hat man, aber du hast meine Frage noch nicht beantwortet. Wer bist du?" fragte sie mit zitternder Stimme. "Oh verzeih." Entgegnete die junge Frau höhnisch. "Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Dämona und ich bin eine Dienerin Hadantes und treue Untergebene von Lord Sokar. Jolinar schluckte. Sie hatte es befürchtet, aber nicht wahrhaben wollen. "Komm!" sie wurde unsanft an der Schulter berührt und die schwarzen Krallen der Frau bohrten sich in ihre Haut. Wie weit sie gezerrt wurde, konnte sie nicht sagen, aber sie wusste, wohin ihr Weg führte. Nach einiger Zeit schien die Dunkelheit zu weichen und plötzlich standen sie vor einer erleuchteten, aber pechschwarzen Stadt. Sie passierten das Tor und gingen in Richtung Palast.

An der Tür unterhielt sich Dämona mit einer Wache. Dann wurden sie eingelassen. Ein großer Saal befand sich hinter der Tür. Er war bis auf ein paar Fackeln und einen Thron völlig leer. Jolinar wurde vor den Mann geführt, der am Ende der Halle saß. Er war ganz ihn Rot gekleidet und trug eine Kapuze über dem Kopf Als er aufsah, erkannte Jolinar für einen kurzen Moment seine Augen. Sie waren geschlitzt und die Iris von gelblicher Farbe. Das Gesicht war bleich und die Lippen blutleer. Er lächelte gehässig. „So," sagte er kalt, "willkommen in Ne'thu, der Hauptstadt von Hadante." Seine Augen verengten sich. "Ich hoffe du lebst dich hier schnell ein." Ein grausames Lachen erfüllte die Luft und im nächsten Moment verlor Jolinar die Besinnung. 

Währendessen hatte Kiara Dolmak erreicht. Sie war gerade auf dem Weg zum Palast, als Lajos der Falke sich auf ihrer Schulter niederließ. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck, als er ihr das Verschwinden des Menschenmädchens meldete. 

Nach kurzer Zeit war ganz An'tak in Kriegsbereitschaft. Sie mussten Jolinar wiederbekommen, um jeden Preis. Denn wenn sie ihre Verwandlung zu einem Dämon beenden würde, gäbe es eine Katastrophe. Und so zogen Kiara und Niirti mit den Bewohnern An'taks gegen Hadante. 

In der Zwischenzeit erwachte Jolinar in einem Kerker unterhalb von Sokars Palast. Sie fühlte sich seltsam leer. "Na, geht's wieder?" vernahm sie Dämonas düstere Stimme. Jetzt erst konnte Jolinar sie richtig erkennen. Dämona hatte langes blutrotes Haar, ihre Augen waren wie bei einer Katze geschlitzt. Die Iris hatte eine gelbliche Farbe. Sie trug ein langes schwarzes Gewand. Ihre Fingernägel und Lippen waren ebenfalls schwarz. Auf der Stirn schimmerte das Zeichen einer Flamme. "Wie fühlst du dich?", fragte sie ohne echtes Interesse. Jolinar schwieg. Sie fühlte sich schlecht und kraftlos. "Was wollt ihr von mir?" fragte sie schließlich. "Hab keine Angst! Wir tun dir nichts. Wir wollen dir lediglich helfen dich an den Menschen und An'tak zu rächen. "Rächen?" fragte Jolinar verwirrt "Wofür?" "Wofür?" wiederholte Dämona verwundert. "Erinnere dich! Die Menschen nahmen dir deine Familie und Niirti hielt dich in ihrem Reich gefangen aus Sorge, du würdest sie verraten. Und was Kiara angeht. Sie gehorchte doch nur dem Befehl ihrer Königin und hat notgedrungen auf dich aufgepasst. Hast du denn nicht gemerkt, dass dich eigentlich niemand in diesem Wald haben wollte` Jolinars Augen weiteten sich und plötzlich sah sie die ganze Wahrheit, Sie war stets allein gewesen. Nie hatte sich wirklich jemand um sie gekümmert. Keiner hatte sie je aufrichtig geliebt. Sie spürte, wie Zorn in ihr aufkam. In ihrem Kopf waren so viele von Hass erfüllte Gedanken. Ihr Herz raste vor Wut. Sie war immer nur der Spielball von anderen _gewesen. Nie hatte es jemanden interessiert, was sie dachte oder fühlte. Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. Auf ihrer Stirn schimmerte plötzlich ein schwarzer Halbmond, der von Flammen umgeben wurde. "Siehst du jetzt, dass sie dich alle betrogen haben?" flüstere ihr Dämona eindringlich ins Ohr. "Unterwirf dich Sokar und werde meine Dienerin. Dann hast du die Macht dich zu rächen." Auf Jolinars Gesicht breitete sich ein bösartiges Lächeln aus und in ihren Augen schien ein Feuer zu brennen. 

Nach ein paar Sekunden war ein lautes Geräusch zu hören. Dämona stand auf und verließ den Kerker. Jolinar folgte ihr. Als sie aus dem Palast traten, waren laute Stimmen und Schreie zu vernehmen. "Kiara ist da.", zischte Dämona Unheil verkündend. Ihre Augen leuchteten vor Freude. Die ganze Stadt schien plötzlich voller Dämonen zu sein. Einige rannten zu den Bäumen um die Angreifer zurückzuschlagen. Andere blieben als Nachhut im Hintergrund. Jolinar wollte auch in das Kampfgeschehen eingreifen, wurde aber zurückgehalten. "Warte! Das lohnt sieh nicht. Lass uns sehen, ob sie es bis hierher schaffen." 

Nach ein paar Minuten war die Luft von den Schreien der Kämpfenden erfüllt. Plötzlich erschien eine weiße Gestalt zwischen den Bäumen. Jetzt wird es interessant, sagte Dämona. "Stell dich einen Augenblick hinter mich!" Die weiße Gestalt kam auf sie zugerannt. Wenige Sekunden später stand Kiara mit hasserfülltem Blick vor ihnen. Sie war bereits verletzt, da sie sich offensichtlich nur einen Weg zu ihnen hatte bahnen können, indem sie kämpfte. Dämona lächelte. "Kann ich dir behilflich sein" spöttelte sie. Kiara sagte kein Wort. Stattdessen streckte sie den rechten Arm aus. Eine Flut aus Wasser umgab ihre Hand und zum Vorschein kam ein langes, weißes Schwert. Es war mit blauen Edelsteinen verziert. ,Mach den Weg frei!" sagte sie wütend. Das Lächeln auf Dämonas Lippen wurde breiter. "Ich glaube nicht, dass das nötig ist. Was du suchst, ist hier." Bei diesen Worten trat Jolinar hinter ihr hervor. Kiaras Gesicht verzerrte sich vor Entsetzen, als sie das Wappen von Hadante auf der Stirn ihrer einstmaligen Freundin erblickte. "Nein!" stammelte sie. "Das ist nicht war." Ihre Augen füllten sich mit Tränen, als sie den kalten Blick von Jolinar sah. Jolinar lächelte gehässig. In ihren Augen glühte Hass. "Erinnert dich das an irgendetwas?" fragte Dämona. "Wenn ich mich recht entsinne, hatten wir schon einmal eine ähnliche Situation. Was war das noch gleich? Ach ja, richtig. Deiner Familie erging es ja auch so. Nur, dass ich sie wegen Ungehorsam töten musste. Es hat mir damals sehr viel Freude bereitet. Und ich werde mich auch jetzt köstlich amüsieren, wenn du gegen deine Freundin kämpfen musst. Du hast dich Sokars Herrschaft widersetzt und dafür sollst du leiden. Kämpfe gegen sie oder stirb. Du hast die Wahl." "Halt den Mund!" schrie Kiara sie an. "Du bist an allem schuld und jetzt stellst du auch noch ein wehrloses Mädchen zum Schutz vor dich. Du bist so feige. Immer hast du dich an Schwächeren vergriffen. Aber sei versichert, ich werde dem heute ein Ende bereiten." Sie stürzte sich auf Dämona, doch ihr Schwert prallte an einem anderen ab. Jolinar hatte sich, ebenfalls mit einem Schwert in der Hand, schützend vor ihre Herrin gestellt. Von ihrer Wut getrieben, schlug sie damit auf Kiara ein. Ein langer und hitziger Kampf entstand zwischen den beiden und schließlich bohrte sich das weiße Schwert in Jolinars linke Schulter. Sie fiel mit schmerzerfülltem Gesicht zu Boden. Kiara ging neben ihr in die Hocke und hob ihren schlaffen Körper an. Das Wappen auf Jolinars Stirn verblasste. Sie war tot. 

Blind vor Tränen stand Kiara auf. In ihren Augen glühte der Hass und mit einem verzweifelten Schrei stürzte sie sich auf Dämona. Diese sprang jedoch leichtfüßig zur Seite und streckte wie Kiara vor ihr den rechten Arm aus. Ein Feuerschwall umgab ihre Hand und ein pechschwarzes Schwert, mit roten Rubinen verziert, erschien. Sie kämpften lange und verbissen miteinander. Bei diesem Kampf gewährte niemand seinem Gegenüber einen Vorteil. Kiara stürzte auf den Boden und musste einer riesigen Feuerwelle ausweichen. Mit letzter Kraft rannte sie auf Dämona zu und rammte ihr die Spitze ihres Schwertes in den Bauch. Einen Moment blieb Dämona völlig reglos stehen. Ihr Gesicht hatte sich vor Schmerzen verzogen. Sie blickte auf die Stelle, an der das Schwert sie getroffen hatte. An ihren Fingern tropfte das Blut herunter. Trotz der Schmerzen begann sie zu lächeln. "Gratuliere. Du hast vorerst gewonnen. Das hätte ich nicht gedacht.", sagte sie mit schwacher Stimme. "Aber keine Sorge. Ich komme wieder und vielleicht hast du bis dahin eine neue Freundin. Dann kann unser Spiel von vom beginnen.", fügte sie immer noch lächelnd hinzu. Kiara zog das Schwert aus Dämonas Bauch und diese brach schließlich tot zusammen. Es war vorbei. Doch sie war nicht sehr stolz auf das, was sie getan hatte. Sie hatte zwar einen der gefährlichsten Dämonen aller Zeiten getötet, aber auch ihre Freundin für immer verloren. So stand die weiße Frau letzten Endes zwischen den beiden Leichen von Freund und Feind. Ihre Trauer um Jolinar schien grenzenlos und würde wohl nie ganz vergehen. Obwohl sie sich einen Tag erst gekannt hatten, waren sie doch bereits Freunde gewesen. Sie würde es Dämona nie vergeben, dass sie ihr die Eltern und die Freundin genommen hatte. Aber sie würde auf den Tag ihrer Rache warten. 

Zu diesem Zeitpunkt endet nun die Sage von der weißen Frau, aber man sagt, sie sitzt noch immer auf dem Grund ihres Sees und würde erst am Tage ihrer Rache wiederkehren. Viel hat sich seit damals in dem Waldgebiet der vorderen Heide nicht verändert. Die Waldreiche An'tak und Hadante sollen auch heute noch existieren, aber in dieser Schlacht verloren beide einen beträchtlichen Teil ihrer Bewohner. 

Christiane Müller (14 Jahre)